Historie

 

Der Kommunalpolitische Arbeitskreis Höchst i. Odw. wurde am 28. Oktober 1988
im Höchster Hotel Lust gegründet. Die laut Protokoll anwesenden Gründungs-
mitglieder waren Gerhard Thierolf, Reiner Guth, Detlef Röttger, Ferdinand Rückert,
Erich Kessler, Michael Barth, Frank Thierolf, Hildegard Breuler,Brigitte Meisinger,
René Gerouille, Hans Fischer, Werner Bär, Reinhold Gieß,Jörg Becker, Reinald
Lutz und Wolfgang Hartnagel.

Zum ersten Vorsitzenden der Wählervereinigung wurde Gerhard Thierolf gewählt,
seine beiden Stellvertreter waren Brigitte Meisinger und Reiner Guth. Am 20.
Dezember 1994 übernahm Detlef Röttger den Vorsitz unseres Vereins. Ihm folgte
am 14. November 2002 Monika Schmauß.

 

Gerhard Thierolf

 

Was waren die Beweggründe für die Gründung des KAH?

Laut Versammlungsniederschrift standen zwei Ziele im Vordergrund. Zum einen
galt es, die damaligen Mehrheitsverhältnisse zu ändern - die SPD verfügte damals
über 60 Prozent der Sitze im Gemeindeparlament -, zum anderen war es erklärte
Absicht, die Gemeindepolitik zukunftsweisend zu gestalten und sie an den sach-
lichen Gegebenheiten und Notwendigkeiten zu orientieren.

Selbstverständlich war zuallererst die Unzufriedenheit mit der damals tonangeben-
den SPD für die Gründungsmitglieder Anlass, eine neue parteiunabhängige
Gruppierung ins Leben zu rufen. „Der Gegenpol zum Rathaus“, nannte das Darm-
städter Echo damals unseren Arbeitskreis, und so falsch war diese Feststellung
Ende der 80er Jahre gar nicht.

Es waren zum damaligen Zeitpunkt vor allem SPD-Mitglieder, die den KAH zu-
nächst als „Anlaufstelle für die Bürger“ ins Leben riefen. Als man sich dann ent-
schloss, zur Kommunalwahl am 12. März 1989 anzutreten, erfolgte für diese
Personen nicht vollkommen unerwartet der Parteiausschluss.

Der KAH führte den Wahlkampf 1989 engagiert, aber mit geringen finanziellen
Mitteln. Das, was man an Geld zur Verfügung hatte, stammte aus Spenden-
beträgen der Vorstandsmitglieder und Kandidaten. Noch heute erinnern wir uns
daran, wie unser erstes Faltblatt zustande kam. Mit einem Anteil von 14,1 Prozent
der gültig abgegebenen Stimmen erhielt der KAH bei der Kommunalwahl am
12. März 1989 vier Sitze in der Gemeindevertretung und einen Sitz im Gemeinde-
vorstand. Fraktionsvorsitzender wurde Reiner Guth. Wolfgang Hartnagel,
Reinald Lutz und Detlef Röttger komplettierten die Fraktion. Michael Barth vertrat
den KAH im Gemeindevorstand. Werner Bär wurde Ortsvorsteher in Dusenbach.

 

Zwei wichtige Themen kennzeichneten die erste Legislaturperiode. Aus dem KAH-
Antrag auf Einrichtung eines sozialen Hilfsdienstes wurde eine der größten Bürger-
bewegungen in der Gemeinde. Gegen den vehementen Widerstand der SPD-
Fraktion und vor allem des damaligen Bürgermeisters wurde die Sozialstation
Höchst gegründet. Diese Einrichtung genießt heute große Anerkennung in Höchst,
aber auch darüber hinaus. Neben der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung
verfügt die Station heute auch über qualifiziertes Personal im Hospizbereich und
ist so in der Lage, Betroffenen und Angehörigen auch in dieser schweren Lebens-
situation zur Seite zu stehen.

 

Das zweite Kernthema, das den KAH eigentlich seit seiner Gründung nicht mehr
losgelassen hat, ist die Westumgehung B 45. Die Grünen haben uns Ende der
80er Jahre zu Recht vorgeworfen, wir hätten die Westumgehung aus dem Dorn-
röschenschlaf erweckt. In der Tat: Petitionen, Unterschriftenaktionen, Kontakte
mit Politikern in Bonn und Wiesbaden - Der KAH hat hier in seinen Aktivitäten nie
nachgelassen und einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass diese für die
Gemeinde so wichtige Umgehungsstraße im Dezember 2009 dem Verkehr über-
geben werden konnte.

 

Bei den folgenden Kommunalwahlen konnten wir die Zahl unserer Mandatsträger
stetig vergrößern. Ein Höhepunkt der folgenden Jahre war am 20. März 1994 die
Wahl von Reiner Guth zum Bürgermeister unserer Gemeinde, der dieses Amt bis
zum Jahr 2011 inne hatte. Leider mussten wir von unserem engagierten und kom-
petenten Mitstreiter auf Grund einer schweren Erkrankung viel zu früh Abschied
nehmen. Er verstarb im Oktober 2011.

Reiner Guth

 

Ab dem Jahr 2000 stellten wir mit Hartmut Klein den Vorsitzenden der Gemeinde-
vertretung. Etliche Anträge brachten wir in dieser Zeit in die Gemeindevertretung
ein. So haben wir nicht zuletzt dafür Sorge getragen und aktiv daran mitgewirkt,
dass die Westumgehung B45 fertig gestellt, die Ortsdurchfahrt Erbacher Straße
positiv umgestaltet und für unsere Gemeinde ein hervorragendes und familien-
freundliches Kindergartenangebot in modernen und energetisch aufgewerteten
Gebäuden geschaffen wurde. Die Wasserversorgung und die Abwasserent-sorgung befinden sich auf hohem technischen Stand.

 

Die engagierte Arbeit, die bürgernahe Politik, der Mut auch zu unpopulären Ent-
scheidungen waren ausschlaggebend, dass wir in all den Jahren auf einem an-
nähernd gleich bleibenden Niveau in der Gemeindevertretung unserer Gemeinde
vertreten waren. Leider wurde dieses Engagement bei der Kommunalwahl 2011
nicht gewürdigt. Seit dem sind wir mit neun Gemeindevertretern und zwei Bei-
geordneten im Gemeindevorstand tätig. Als zweitstärkste Fraktion sehen wir
unsere Aufgabe darin, als konstruktiv arbeitende Oppositionsgruppierung an der
positiven Fortentwicklung unserer Gemeinde mitzuarbeiten. 

 

Die vor uns liegende Zeit wird nicht einfach. Die kommunalen Finanzen liegen am
Boden. Wir lassen uns dennoch nicht entmutigen, sondern werden Wege finden,
politische Gestaltungsspielräume offen zu halten. Davon sind wir überzeugt.

FW-KAH Höchst i. Odw.

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